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Fakten & Daten  >  Deutschland 1918‑1939

 

 

 

Paul Silverberg
4. September 1926

 

 

Quelle[1]:

Tonindustrie-Zeitung, 50. Jahrgang, Nr. 79, 9. Oktober 1926 und Nr. 80, 13. Oktober 1926
Chemisches Laboratorium für Tonindustrie Prof. Dr. H. Seger & E. Cramer (Hg.)
Berlin, 1926

 

 

 

 

 

 

 

Erstellt: Januar 2013

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Deutschland 1918 1939 ‑ Dokumente
Deutschland 1918 1939 ‑ Übersicht

 

 

 

 

 

 

Rede von Paul Silverberg

Das deutsche industrielle Unternehmertum in der Nachkriegszeit in seinem Tun und Unterlassen, seinem Wollen und Streben, seinen Irrungen und Wirrungen vollständig zu schildern, würde die Grenzen einer Berichterstattung an dieser Stelle weit überschreiten. Ich kann mich nur darauf beschränken, einiges meiner Ansicht nach besonders Markante hervorzuheben, das, was der Epoche der Nachkriegszeit für das Unternehmertum und vom Standpunkt eines Unternehmervertreters aus gesehen das Gepräge gibt.

Die politische Revolution, mit der nach dem Kriegsverlust die Nachkriegszeit anfing, wurde sehr bald zu einer wirtschaftlichen und sozialen Revolution. Das deutsche Unternehmertum, bis zum Kriege und von einzelnen abgesehen auch im Kriege, politisch indifferent, jedenfalls nicht aktiv, sah sich plötzlich als Objekt des politischen Kampfes. Es sah als seinen unmittelbaren Gegner die revolutionäre Arbeiterschaft und den von ihr beherrschten Staat. Es hatte einen Kampf um seine Existenz nach vielen Seiten zu führen: gegen die wirtschaftlich-finanzielle Entwicklung, von der es gleichermaßen mit dem ganzen Volke getroffen wurde, dazu gegen die den Staat repräsentierenden revolutionären Regierungen. Gegen sie in ihren auf Sozialisierung und Gemeinwirtschaft hinzielenden Tendenzen mußte es um seinen Besitz und die Grundlage seiner Existenz den Kampf führen. Es folgte daraus, daß das deutsche Unternehmertum gegen den neuen Staat, wie er sich in der ersten Zeit nach der Revolution darstellte und gebärdete, geschlossen seine ablehnende Stellung einnahm. Während auf der einen Seite die Exponenten des Staates jede gute Tradition negierten und jede Erinnerung an eine ruhmvolle nahe und fernere Vergangenheit in den Staub zogen, überboten sich andere, die Grundlagen des deutschen Unternehmertums aus böswilliger Zerstörungswut oder idealistischem Unverständnis zu vernichten. Dieser Kampf mußte ausgekämpft oder wenigstens so weit geführt werden, daß für Volk und Wirtschaft eine erträglich standfeste Basis erstritten und errichtet wurde. Dieses Ziel ist heute in gewissem Umfange erreicht, und es ist von ganz besonderem Interesse festzustellen, daß es die politische Not des gesamten Volkes ‑ ich nenne Reparationsfrage und Ruhrkampf ‑ und damit die Außenpolitik es waren, die Unternehmertum und nachrevolutionäre Regierungen zu aktiver Zusammenarbeit für den Staat brachten. Und trotz aller besonderen neuen Schwierigkeiten und Kritiken am Tun oder Unterlassen hatte diese Zusammenarbeit das gute Ergebnis, daß die Einstellung des Unternehmertums auf den heutigen Staat auf eine klare Linie gebracht worden ist:

Das deutsche Unternehmertum steht restlos auf staatsbejahendem Standpunkt.

Es mag der eine oder der andere noch mehr oder weniger beeinflußt Ressentiments mehr persönlicher Art sein: Alle ernsthaften und pflichtbewußten Menschen haben sich auf den Boden des heutigen Staates und der Reichsverfassung gestellt: Der Reichsverfassung, das sei aber auch in aller Öffentlichkeit gesagt, mit allen den Bestimmungen, die ihre Änderung in manchen gewollt oder ungewollt unklaren Punkten vorsehen. Ebenso wie das deutsche Unternehmertum alle die extremen Elemente rechts und links ablehnt, deren offenes oder geheimes Ziel die verfassungswidrige, gewaltsame Änderung der Reichsverfassung darstellt, so lehnt das deutsche Unternehmertum auch diejenigen Verteidiger der Republik ab, die in der Verfassung heute noch vornehmlich ein Instrument wirtschaftsrevolutionärer Ziele sehen. Denn darüber müssen sich diese Freunde der Republik klar sein: Bei allen ernsthaften Menschen im Inlande und im Auslande wiegt die Anerkennung der deutschen Republik und ihrer Verfassung durch das deutsche Unternehmertum tausendmal schwerer, wie der ganze parteitaktische Rummel, der nur Mißtrauen sät, Unruhe schafft und Kräfte absorbiert. Gerade diese Einstellung des deutschen Unternehmertums ist die Grundlage für das Vertrauen des Auslandes auf die Stabilität der deutschen Verhältnisse. Um so bedenklicher sind gerade auch in ihrem Eindruck nach außen die polizeilichen Seitensprünge, die sich gegen besonders geachtete und charaktervolle Führer des deutschen industriellen Unternehmertums die preußische Regierung geleistet hat, die noch in Revolutionsreminiszenzen zum Schutze der öffentlichen Ordnung lebt. Aber so sehr wir auch hier solidarisch in die Verteidigungsstellung gedrängt sind, wir lassen uns dadurch von unserer Einstellung zum Staat und auf den Staat nicht abdrängen und uns die nach schweren inneren Kämpfen gewonnene, aber darum um so festere Einstellung auf den Staat nicht rauben. Diese Entwicklung des deutschen Unternehmertums in bezug auf seine positive Einstellung zum heutigen Staat habe ich an die Spitze meiner Betrachtungen gestellt. Sie ist auch in ihrer Einwirkung auf die wirtschaftspolitischen und organisatorischen Entwickelungen über die Interessen des Unternehmertums weit hinausgehend von ganz besonderer Bedeutung.

[...]

Es ist nicht der Zweck, hier sozialpolitische Exkurse vorzutragen, vielmehr in erster Linie eine kritische Würdigung dessen, was geschehen ist, und soweit sich daraus der eine oder der andere Hinweis auf in Zukunft Notwendiges ergibt und Ihre Billigung findet, um so besser.

In der Besitzschichtung stellt das Eigentum an der Arbeitskraft einen besonders zu behandelnden Komplex dar. Dabei muß ich die Auffassung von der Hand weisen, als wenn ich damit lediglich die Handarbeit meinte; im Gegenteil, ich will damit alle diejenigen Individuen zusammenfassen, im weitesten Sinne gedacht, die durch Verwertung und in Betätigung ihrer körperlichen und geistigen Arbeit ein aus dieser fließendes Einkommen ziehen. Bei uns in Deutschland, wo weite Kreise mehr oder weniger an einer starken Überschätzung des organisatorischen Gedankens leiden, drückt sich diese umfassende Auffassung auch schließlich darin aus, daß fast alle Berufe, sogar die öffentlichen Beamten, sich gewerkschaftlich organisiert haben. Ich möchte glauben, daß manch einer hierbei dem Druck von unten und der Stimmung gefolgt ist, die nun einmal bei uns als Auswirkung der Revolution geherrscht hat, und daß manch einer heute mit Anstand aus dieser Überspannung des Organisationsgedankens herausmöchte. Wie dem aber auch sei, es muß rückhaltlos und dankbar anerkannt werden, daß die alten Gewerkschaften, soweit sie über einen alten Stamm gewerkschaftlich geschulter und disziplinierter Mitglieder und charakterfester Führer verfügen ‑ ich nenne hier, ihn und uns ehrend, den Namen Legien ‑, sich große Verdienste dadurch erworben haben, daß sie ernstlich mitwirkten, die revolutionäre Bewegung von den Arbeiter- und Soldatenräten wieder zu einer geordneten Staatsverwaltung zu führen. Und dankbar sei an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert gedacht.

Aber wie die Gewerkschaften manch unerwünschten Zuwachs aus den sogenannten Novembersozialisten erfuhren, so ist auch manche gewerkschaftliche Organisation als Novembergewerkschaft anzusprechen. Und wir wollen hoffen, daß die sogenannte Reinigungskrise, in der wir uns heute noch befinden, hier nicht haltmacht. Ich hoffe aber, daß sie auch bei den Überorganisationen, die sich in dem Verbandswesen des industriellen Unternehmertums ausgebildet haben, ebenfalls nicht haltmacht. Es kann nicht zum Guten führen, wenn sich das Verbandswesen im industriellen Unternehmertum zum zunftartigen Fachverbandswesen entwickelt, das vom einseitigen Interessenstandpunkt aus Spitzenverbände und Behörden mit Anträgen und Wünschen überschüttet, deren Erfüllung ganz schön wenn der organisierte Erwerbszweig allein auf dieser Welt wäre, deren Befürwortung und Erfüllung aber für jeden Einsichtigen unmöglich ist, wenn er die Notwendigkeit einer wirtschaftlich und politisch richtigen Gesamtwirtschaft pflichtgemäß im Auge behält. Hier wäre weniger mehr, und es ist eine besondere, zwar schwierige, aber um so bedeutsamere und dankbarere Aufgabe der Syndizi, die eigenen Verbände immer darauf hinzuweisen, daß die in ihnen vertretenen Gewerbezweige immer doch nur ein mehr oder weniger kleiner oder großer Ausschnitt aus der Gesamtwirtschaft sind. Auch hier kann und muß um das modern gewordene Wort einmal zu gebrauchen, rationalisiert werden.

Nach der Revolution war in der Arbeiterschaft die Stimmung so, daß sie sich als die einzigen Gewinner aus dem Zusammenbruch betrachteten. Steigende Löhne bei verkürzter Arbeitszeit, Beherrschung der Regierung und der Ämter ‑ kurz ‑ Siegerstimmung. Ihr ist eine starke Ernüchterung gefolgt, und sie mußte folgen, was von einsichtigen Arbeiterführern und Unternehmern vorhergesagt wurde. Über steigende Selbstkosten, Eingriffe in den natürlichen Ablauf wirtschaftlichen Geschehens, ich erinnere an die Drosselung der Eisenausfuhr 1921, folgten nach scheinbaren Lohnerhöhungen Währungszusammenbruch und Arbeitslosigkeit in einem erschreckenden Ausmaß. Groß und schwer ist der Tribut, den die Arbeiterschaft zahlt, und was bei dem sogenannten Besitz, bei dem Unternehmertum sich als Verlust an Vermögen und mobilem Kapital darstellt, das ist für die Arbeiterschaft das Verschwinden nutzbarer Arbeitsgelegenheit. Daß diese Lage, wie sie heute ist, für die Arbeiterschaft verschärft und vergröbert wurde durch die schon oft gekennzeichnete Steuer- und Finanzpolitik nach der Markstabilisierung, kommt jetzt nicht nur bei dem Unternehmertum, sondern auch in weiteren Kreisen und besonders bei der Arbeiterschaft zur Erkenntnis. Wenn aus Kapitalmangel die Produktion von Touren kommt, schwindet die Arbeitsgelegenheit, verkümmert gleichzeitig die Konsumkraft des inneren Marktes, folgt weitere Schwächung der Produktion und der Arbeitsgelegenheit.

Hinzu kommt noch folgendes: Wenn vor dem Kriege in Deutschland der Ordnungs- oder, wie andere sagen, der Polizeistaat ins Extrem geraten war, so sind wir heute im Begriffe, in ein anderes Extrem, in den Fürsorgestaat hineinzuschliddern. Es ist doch schon von aufmerksamen und nicht voreingenommenen Beobachtern erkannt, daß die quantitative und qualitative Überspannung sozialer Fürsorge bei uns die Selbstverantwortung tötet. Diese psychische Einwirkung auf die Menschen, ihre Pflichtwertung gegen sich selbst, ihre Familie, ihre Umwelt und den Staat ist weit schlimmer und gefährlicher als eine verhältnismäßig leicht abänderbare, lediglich quantitative Überspannung sozialer Fürsorge. Das heute geltende System muß in der breiten Masse zu der Auffassung führen, daß sie gegenüber dem Staat und der Allgemeinheit nur politische und soziale Rechte, aber keine Pflichten habe, an die im Frieden immer noch die allgemeine Wehrpflicht und die in ihr wirksame Erziehung erinnert hat. Während das deutsche Unternehmertum sich wirtschaftspolitisch, finanztechnisch und organisatorisch umgestaltete, läuft die Sozialpolitik in den alten Gleisen der behördlichen Fürsorge und Bevormundung der Arbeitszeit- und Lohnregelung ohne neue Ideen und immer mehr mechanisierend statt geistig erneuernd und aufbauend.

Diese Entwicklung, so wie sie sich mir darstellt, habe ich kurz umreißen müssen, um nunmehr die Stellung des deutschen industriellen Unternehmertums in ihr und zu ihr darzustellen:

Rückwärtsschauend, wenn man vom Rathause kommt, kann man nicht sagen, daß die Einstellung des Unternehmertums zur Arbeiterschaft und ihren Organisationen immer eine glückliche gewesen ist. Zwar hatten einsichtige Unternehmer und Arbeiterführer kurz vor dem Zusammenbruch die Zentralarbeitsgemeinschaft gegründet. Zu rechtem Leben ist diese Organisation nicht gekommen. Wohl hemmten von der Arbeiterseite politische Rücksichtnahmen auf politische Parteien und deren Entwicklung die vorbehaltlose Mitarbeit. Die Verkennung der alten Erfahrung: on est toujours le réactionnaire de quelqu'un! hat manchen Arbeiterführer zu Rücksichtnahmen auf zuerst Unabhängige, dann Kommunisten veranlaßt, die eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmertum nicht aufkommen ließen. Auf seiten des Unternehmertums war im allgemeinen eine gewisse Ängstlichkeit und Unsicherheit bei ihrer Mitarbeit festzustellen, Ängstlichkeit vor den Auswirkungen, die ihren Zugeständnissen in dieser politisch und wirtschaftlich labilen Zeitperiode hätten folgen können. Viel mehr aber noch wirkte nach, daß das Unternehmertum sich zu spät entschlossen hat, in den Gewerkschaften die Vertretung der Arbeiterschaft anzuerkennen und den Führern den Rücken gegen die eigenen Freunde zu stärken. Es kann sein, daß vorübergehend und in einzelnen Fällen die Stellung des einzelnen Arbeiterführers durch Anerkennung seitens des Unternehmertums bei seinen Gewerkschaftsmitgliedern nicht gerade gestärkt worden wäre. Aber mit der Einsicht, die so nach und nach in Arbeiterkreisen gekommen ist, wäre das auf Einzelfälle beschränkt geblieben. Dieser Fehler des Unternehmertums liegt wesentlich in der Vorkriegszeit. Aber er hatte zur Folge, daß nach dem Kriege die Führung der Arbeiterschaft, wirtschaftspolitisch ungeschult, politisch stark nach links und ganz darauf eingestellt war, daß auch Notwendiges und Richtiges nur im Kampf erreicht werden könnte und erreicht werden müsse, einseitig, ohne Rücksicht auf größere wirtschaftliche Zusammenhänge und die Auswirkung sogenannter Erfolge auf die Gesamtwirtschaft.

Es ist nun nicht zu verkennen, daß sich in dem deutschen Unternehmertum eine Wandlung der Geister vollzogen hat. Diese zu umschreiben ist nicht möglich, ohne das politische Gebiet zu streifen.

Es hieße sich selbst etwas vormachen, wollte man verkennen, daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft in der Sozialdemokratie, eine Minderheit in der Zentrumspartei, ihre politische Vertretung findet. Die in den christlichen Gewerkschaften organisierte Minderheit leidet unter allen Schwächen einer Minderheit, die sich vor allem in der Überspannung sozial- und lohnpolitischer Forderungen ausdrückt, die wieder bei der Mehrheit, den freien Gewerkschaften, die Tendenz zum Überbieten auslöst Das Unternehmertum hat natürlich darauf sehr zu achten, daß es nicht noch mehr, wie es schon geschehen ist, von diesem Wettstreit, dem wirtschaftspolitische Überlegungen fremd sind, betroffen wird und dessen Zeche zu zahlen hat. Aber nicht nur dem Unternehmertum erwachsen aus dieser Lage besondere Schwierigkeiten; sie entstehen mindestens in demselben Umfange für die Zentrumspartei, solange die Sozialdemokratie Oppositionspartei ist Deshalb ist es eine auf die Dauer in höchstem Maße allgemeinpolitisch und wirtschaftspolitisch unerträgliche und schädigende Lage, wenn eine große Partei wie die Sozialdemokratie in einer im deutschen Parlamentarismus mehr oder weniger verantwortungsfreien Opposition steht Man sagte einmal, es kann nicht gegen die Arbeiterschaft regiert werden. Das ist nicht richtig; es muß heißen: Es kann nicht ohne die Arbeiterschaft regiert werden. Und wenn das richtig ist, muß man den Mut zur Konsequenz haben: Es soll nicht ohne die Sozialdemokratie, in der die überwiegende Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft ihre politische Vertretung sieht, regiert werden. Die deutsche Sozialdemokratie muß zur verantwortlichen Mitarbeit heran. Und sie wird auch als Partei zugrunde gehen, wenn sie sich nicht hierzu entschließt Dazu ist von unserem Standpunkt aus Voraussetzung, daß die soziale Demokratie auch den Mut hat die Folgerungen aus den Lehren zu ziehen, die sie in und seit der Revolution erhalten hat Sie hat nicht die Macht und die Kraft und die Fähigkeit, den Staat zu beherrschen und zu führen. Mit Muskel- und Stimmkraft, die auf der Straße aufgefüllt werden können. ist es nicht getan. Und wirtschaftspolitisch leben wir nicht auf einer einsamen Insel und autarkisch können wir mit den Mitteln eines Robinson Crusoe ein Volk von 63 Millionen physisch und kulturell nicht erhalten. Wir leben in einer Welt die ihre Existenz und ihre Kultur auf kapitalistischen Wirtschaftsmethoden aufgebaut hat nicht auf einem exzedierenden Finanzkapitalismus, den das deutsche Unternehmertum ebenso ablehnt wie die Arbeiterschaft sondern auf einem Kapitalismus als Grundlage einer durchorganisierten Produktion und einer rationalisierten Güterverteilung bis zum Güterkonsum. Wenn eine soziale Demokratie sich so auf den Boden der Tatsachen stellt den radikalen Doktrinarismus und die immer zerstörende, nie aufbauende Politik der Straße und der Gewalt ablehnt wird sie zusammen mit dem Unternehmertum und unter seiner Führung Deutschland und die deutsche Wirtschaft wieder zu Erfolgen und zur Blüte führen.

Ich glaube also, hier feststellen zu dürfen, daß das industrielle Unternehmertum sich zu der Erkenntnis durchgerungen hat, daß das Heil für Deutschland und Deutschlands Wirtschaft nur in der vertrauensvollen Kooperation mit der deutschen Arbeiterschaft liegt und daß, darauf fußend, auch weite Kreise des deutschen industriellen Unternehmertums den Mut zu der Schlußfolgerung haben, daß die politische Mitarbeit und Mitverantwortung der Sozialdemokratischen Partei angestrebt werden muß. Wir haben in Deutschland zusammen viel wieder aufzubauen. Dazu sind in erster Linie die beiden aufstrebenden Schichten im Volke berufen: das deutsche Unternehmertum, im weitesten Sinne gedacht, und die deutsche Arbeiterschaft. Kein Teil hat es bis jetzt dem anderen leicht gemacht, zu einer aufbauenden Zusammenarbeit zu gelangen, sicher nicht die politische Vertretung der Arbeiterschaft und ihre Exponenten, die für sich alle Anerkennung verlangten, aber verkannten, daß sie ohne ein kräftiges, auf guter Tradition beruhendes Unternehmertum nichts sind. Manches haben die Organisationen der Arbeiterschaft erreicht. Aber eines haben sie nie gekonnt und werden sie nie können: "Arbeit schaffen". Das kann nur das Unternehmertum, das eine geistig und körperlich gesunde Arbeiterschaft hinter sich weiß.

Ich komme zum Schluß: In dem Vorhergehenden habe ich versucht, ein Bild aufzuziehen, wie ich es sehe. Es kann sein, daß der eine oder der andere glaubt, ich sehe Dinge, die nicht sind. Diese Kritik muß ich hinnehmen. Aber es ist immer in der Welt so gewesen, daß große Entwicklungen sich anbahnen, die vorerst nur in einzelnen Momenten faßbar sind, daß sie sich schließlich durchsetzen, ohne daß man ihre Entwicklungsstufen im einzelnen erkennen konnte. Es ist vielfach Gefühlssache, aus Einzelerscheinungen auf große Entwicklungen zu schließen. In dem Verhältnis des industriellen Unternehmertums zur Arbeiterschaft geht es mir so. Ich glaube an den Wiederaufbau Deutschlands und der deutschen Wirtschaft, an die Zukunft unseres Volkes. Und weil ich daran glaube, glaube ich an die vertrauensvolle und zukunftsreiche Zusammenarbeit der gewaltigen Kräfte, die in unserem Volke Unternehmertum und Arbeiterschaft darstellen.

Interview mit dem ADGB-Vorsitzenden Theodor Leipart

Quelle:

"Gewerkschaften und Unternehmer. Eine Antwort Leiparts auf Silverbergs Rede"
Vorwärts, Nr. 430, 12. 9. 1926, Sonntagsausgabe, S. 1 f.

Abgedruckt in:

Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert
Band 3: Die Gewerkschaften von der Stabilisierung bis zur Weltwirtschaftskrise, 1924‑1930, Teile 1 und 2
Horst‑Albert Kukuck, Dieter Schiffmann (Hg.)
Köln, Bund‑Verlag, 1986 (S. 749‑754)

 

Das Unternehmertum hat durch die Rede des Generaldirektors Silverberg auf der Dresdener Industriellentagung an die Arbeiterschaft die Aufforderung gerichtet, wieder aktiv an der Regierung teilzunehmen. Die Industriellen haben dabei ihre Kritik an den Gewerkschaften und ihrer sozialpolitischen Einstellung erneuert, aber im Gegensatz zu früher auch die Leistung der Gewerkschaften anerkannt. Da die Kundgebung des führenden Unternehmerverbandes von den Gewerkschaften nicht unerwidert bleiben kann, haben wir den Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Genossen Theodor Leipart, gebeten, uns über seine eigenen Eindrücke von der Tagung und über seine Beurteilung der Schwenkung im Unternehmerlager Mitteilungen zu machen. In einer Unterredung mit einem unserer Mitarbeiter erklärte Genosse Leipart auf die an ihn gestellten Fragen folgendes:

Frage: Wie beurteilen Sie das Bekenntnis der Unternehmer zur Republik und die Anerkennung der Arbeiterrechte im Staate?

Antwort: Nach meiner Kenntnis der führenden Personen im Reichsverband der Deutschen Industrie glaube ich nicht, daß ihr Bekenntnis zur Republik nur ein taktischer Schachzug ist. Herr Silverberg hat in seiner Rede mehrfach betont, daß sich bei den Unternehmern eine "Wandlung der Geister" vollzogen habe und daß sie die feste Einstellung zum jetzigen Staat "nach schweren inneren Kämpfen" gewonnen hätten. Ob diese Wandlung schon endgültig abgeschlossen ist, weiß ich freilich nicht. Aber ich glaube doch, daß die Erklärungen, die Herr Silverberg im Auftrage des Gesamtvorstandes der Industriellen in Dresden abgegeben hat, der Ausdruck einer inneren Überzeugung sind. Daß diese Überzeugung von der Einsicht in die vorhandenen Machtverhältnisse eingegeben ist, scheint mir allerdings nicht zweifelhaft. Der Einfluß der Arbeiterschaft in Staat und Wirtschaft ist zu stark geworden, als daß die Unternehmer ihn noch leugnen oder gar wieder beseitigen könnten. Ebenso ist die deutsche Republik schon so gefestigt, daß man wirklich auch von den Unternehmern ihre Anerkennung endlich erwarten durfte. Silverberg hat aber, was nicht übersehen werden darf, durch seinen Hinweis auf die jetzigen Bestimmungen der Reichsverfassung, die "ihre Änderung in manchen gewollt oder ungewollt unklaren Punkten vorsehen", einen Vorbehalt gemacht. Was damit gemeint ist, machte Silverberg durch seinen nächsten Satz etwas deutlicher, indem er von denjenigen Verteidigern der Republik sprach, "die in der Verfassung heute noch vornehmlich ein Instrument wirtschaftsrevolutionärer Ziele sehen". Also Änderung der Verfassung, und zwar vielleicht auch des Artikels 165, der die gleichberechtigte Mitwirkung der Arbeiter in der Organisation der Wirtschaft verspricht? Erblickt das Unternehmertum in dieser Mitwirkung der Arbeiterschaft und in dem Verlangen der Gewerkschaften nach paritätischer Umgestaltung der öffentlich-rechtlichen Berufskammern diese wirtschaftsrevolutionären Ziele? Eine klare Antwort hierauf wäre für die Gewerkschaften von größter Bedeutung. Denn ich finde es sehr auffällig, daß keiner der Redner in Dresden auf die Frage der Mitbestimmung der Arbeiter in der Wirtschaft auch nur mit einem Worte eingegangen ist.

Auf der vorjährigen Tagung des Reichsverbandes in Köln hatte Geheimrat Kastl den Gewerkschaften den Vorwurf gemacht, daß sie "sich nicht organisch eingliedern in die volkswirtschaftlichen Gesamtziele", sondern sich "erschöpfen in Bestrebungen zur Erhöhung der Einkommen und zur Verminderung der Arbeitszeit". Von den Unternehmern aber sagte er, daß sie "heute weit mehr Organe der Gesellschaft" seien, ihre Führer müßten "gesellschaftlichen Blick" haben, wenn sie nicht an der Verfolgung reiner Eigeninteressen scheitern wollten. Ähnlich wie Herr Kastl in Köln hatte schon die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände in dem Geschäftsbericht für das Jahr 1924 den Gewerkschaften vorgeworfen, daß sie die nach der Währungsstabilisierung notwendig gewordene "Umstellung auf die Probleme der Produktion" nicht vollzogen hätten und daß sie deshalb aus dem organischen Zusammenhange des Volkslebens und der Wirtschaft herausgefallen seien. Die Gewerkschaften haben diese Vorhaltungen natürlich als völlig unbegründet zurückweisen müssen, denn sie haben oft genug bewiesen, daß sie mit beiden Füßen in der Wirtschaft stehen. Wir haben uns im letzten Herbst auf dem Gewerkschaftskongreß in Breslau sehr eingehend mit den Fragen der Wirtschaft befaßt und mit aller Bestimmtheit die Wirtschaftsdemokratie gefordert. Die Gewerkschaften verlangen also, in die Volkswirtschaft organisch eingegliedert zu werden, und in der gesamten Gewerkschaftsbewegung wird diese Forderung seit langen Monaten eifrig erörtert. Der Reichsverband der Industrie hat hiervon auf seiner Tagung keinerlei Notiz genommen. Die Unternehmer sollen aber nicht glauben, daß diese einmütige Forderung der Gewerkschaften aller Richtungen etwa durch Totschweigen abgetan werden könnte.

Frage: Stimmt die Haltung der Unternehmer überein mit ihrer Stellung zu den sozial- und lohnpolitischen Forderungen der Arbeiter?

Antwort: Über die sozial- und lohnpolitischen Forderungen der Gewerkschaften hat Herr Silverberg sich in Dresden überhaupt nicht geäußert. Dagegen hat Herr Kastl in seiner Rede die Frage des Lohnes und der Arbeitszeit behandelt, und zwar in der gleichen Art, wie wir es von der Vereinigung und ihrem Vorsitzenden, Herrn von Borsig, auch gewohnt sind. Nicht durch Lohnerhöhungen, sondern nur durch erhöhte Leistungen und hierdurch ermöglichte Verbilligung der Arbeitsprodukte könne eine Stärkung der Kaufkraft erzielt werden. "Wir wollen durch eine Erhöhung der Leistungen auf der Grundlage der Werksgemeinschaft zu höheren Reallöhnen gelangen, und wir lehnen die schematische Anwendung des Tarifsystems ab, weil usw."

Schon auf der vorjährigen Tagung des Reichsverbandes hatte Herr Kastl sich gegen die angebliche schematische Anwendung des Tarifsystems gewendet, womit er die "Gleichförmigkeit und Nivellierung der Löhne" treffen wollte. Er verlangte die Abstufung der Löhne nach der Leistung des einzelnen, gestand aber im vorigen Jahre zu, daß es innerhalb dieser Begrenzung nützlich sei, wenn hohe Reallöhne gezahlt würden und "damit die Kaufkraft aller Volksschichten gehoben" werde. Ich finde also, daß Herr Kastl sich voriges Jahr in Köln entgegenkommender geäußert hat als jetzt in Dresden. Seine jetzige Empfehlung der Werksgemeinschaft können wir doch auch nicht etwa als ein Entgegenkommen an die Gewerkschaften auffassen, da jedermann weiß, daß der Gedanke der Werksgemeinschaft direkt im Gegensatz zu den Gewerkschaften steht.

Einen Fortschritt erblicke ich dagegen in der diesjährigen Stellungnahme des Reichsverbandes zum Achtstundentag. Nach seiner bekannten Denkschrift vom Dezember 1925 hatte der Reichsverband die Forderung aufgestellt, daß die Gesetzgebung "sich jedes schematischen Eingriffes zu enthalten" habe, daß die "betriebliche Regelung" im Einvernehmen mit der Belegschaft nicht durch Tarifzwang gehemmt werden dürfe und daß eine "internationale Schematisierung" der Arbeitszeit, wie sie durch das Washingtoner Abkommen erstrebt werde, für die deutsche Wirtschaft "selbstverständlich nicht in Betracht kommen kann". Diesen Standpunkt hat auch die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände bisher stets vertreten.

Demgegenüber beschränkt sich die neue Entschließung, die der Reichsverband jetzt auf seiner Dresdener Tagung gefaßt hat, auf eine Warnung "vor verfrühten Bindungen auf dem Gebiete der Arbeitszeit". Es wird also nicht mehr die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens überhaupt abgelehnt, sondern nur vor einer "vorzeitigen Verabschiedung" des geplanten Arbeitsschutzgesetzes gewarnt. Dementsprechend gebrauchte Geheimrat Kastl in seiner Dresdener Rede auch die Wendung: "Die Anwendung des Achtstundentages darf nicht schematisch sein und muß sich dem Grundsatz der Bemessung des Lohnes nach der Leistung anpassen." Herr Kastl rechnet also schon mit dem Achtstundentag und gebraucht nur noch einmal das alte und oft genug widerlegte Schlagwort von der schematischen Anwendung. Aber er fügte dann unmittelbar noch hinzu: "Die betriebliche Regelung der Arbeitszeit im Einvernehmen mit der Belegschaft darf durch öffentlichen Zwang weder unterbunden noch gehemmt werden." Dieser Satz scheint mir entscheidend zu sein. Er hebt die in der Entschließung ausgesprochene Zustimmung zu der in einer späteren Zeit erfolgenden Ratifizierung des Washingtoner Abkommens wieder völlig auf. Denn wenn mit der Verabschiedung des Arbeitsschutzgesetzes der gesetzliche Achtstundentag wieder eingeführt ist, bleibt für eine betriebliche Regelung der Arbeitszeit im Sinne des Herrn Kastl selbstverständlich kein Raum mehr.

Frage: Liegen Anzeichen dafür vor, daß die Unternehmer bei Arbeitsstreitigkeiten aus der kundgegebenen Sinnesänderung praktische Konsequenzen ziehen?

Antwort: Aus der neueren Zeit vermag ich solche Anzeichen nicht anzuführen. In der Lohnfrage wird der an sich natürliche Gegensatz zwischen Unternehmerverbänden und Gewerkschaften auch wohl immer bestehenbleiben. Ebenso scheinen die Unternehmer ihre Stellung zur allgemeinen Sozialpolitik vorläufig nicht ändern zu wollen, wie die Dresdener Tagung wieder gezeigt hat. Herr Silverberg hat große Klagen darüber geführt, daß Deutschland zu einem "Fürsorgestaat" zu werden drohe. Auch Herr Kastl meinte, der Staat dürfe nicht immer mehr zu einer reinen "Versorgungsanstalt" werden. Selbst Herr Duisberg erhob den Vorwurf, daß durch die Häufung der sozialpolitischen Gesetze "die schon weit geschwächte Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit des einzelnen immer mehr untergraben" werde. Die Unternehmer vertreten also die Ansicht, daß die soziale Fürsorge einen moralisch wie volkswirtschaftlich gleich bedenklichen Einfluß auf Arbeitseifer, Sparsinn und rationelle Lebensweise der breiten Massen ausübe. Natürlich ist diese Ansicht falsch. Es ist bezeichnend, daß irgendwelche Beweisgründe für die aufgestellte Behauptung von keinem Redner in Dresden vorgebracht worden sind. In den sozialpolitischen Auffassungen bestehen also die Gegensätze ungeschwächt fort. Ebenso natürlich auch in den grundsätzlichen Wirtschaftsfragen, auf die ich bereits hingewiesen habe.

Frage: Wird an die Wiederaufrichtung der Zentralarbeitsgemeinschaft gedacht?

Antwort: Für die Gewerkschaften muß ich diese Frage verneinen. Ich glaube aber auch nicht, daß dieser Gedanke bei den Unternehmern vorhanden ist.

Frage: Glauben die Gewerkschaften an die Möglichkeit, daß bei Zusammenarbeit in einer Regierung die sozialen, steuerlichen und wirtschaftlichen Ansprüche der Arbeiterschaft mit größerer Aussicht auf Erfolg sichergestellt werden oder nicht?

Antwort: Ich verrate kein Geheimnis mehr, wenn ich auf diese Frage offen erkläre, daß die verantwortlichen Führer der Gewerkschaften in ihrer übergroßen Mehrheit für die praktische Mitarbeit in der Regierung sind. Wir haben die Überzeugung, daß es möglich ist, die berechtigten Ansprüche der Arbeiterschaft durch Beteiligung an der Regierung und direkte Einflußnahme auf die Regierungsmaßnahmen erfolgreicher wahrzunehmen als durch Beharrung in der Opposition. Die Entscheidung über diese Frage hat jedoch die Sozialdemokratische Partei zu treffen.

Frage: Kann es für die Arbeiterschaft eine Unterwerfung unter die Führung des Unternehmertums geben, wie sie Silverberg gefordert hat?

Antwort: Davon kann natürlich keine Rede sein. Ich halte diese Wendung in der Rede Silverbergs auch für durchaus unlogisch. Denn wenn er, wie er es mit so großer Entschiedenheit ausgedrückt hat, die politische Mitarbeit und Mitverantwortung der Sozialdemokratischen Partei anstrebt, kann er unmöglich im Ernst gemeint haben, daß wir uns der Führung des Unternehmertums unterstellen sollen. Denn von einer Mitverantwortung könnte in diesem Falle nicht gesprochen werden.

Frage: Wie stellen sich die Gewerkschaften zu dem geforderten Verzicht auf den Klassenkampf, auf gemeinwirtschaftliche Bestrebungen und auf sozialpolitischen Fortschritt?

Antwort: Wir lehnen natürlich jeden solchen Verzicht ab. Der gegenseitige Kampf der Klassen ist eine ganz natürliche Erscheinung in der kapitalistischen Gesellschaftsorganisation und wird von den Unternehmern ebenso wie von den Arbeitern geführt. Er hat für uns natürlich mit Klassenhaß nichts zu tun. ‑ Was die gemeinwirtschaftlichen Bestrebungen anbelangt, so finde ich, daß ihr Fortschritt auf zahlreichen Gebieten unverkennbar ist, und ich glaube auch nicht, daß dieser Fortschritt aufgehalten werden kann. Die Gewerkschaften werden nicht nachlassen, die Entwicklung zur Gemeinwirtschaft mit allen Kräften zu fördern. ‑ Über die Notwendigkeit weiteren sozialpolitischen Fortschritts besteht in den Gewerkschaften keinerlei Meinungsverschiedenheit. Sie werden auch nicht davon ablassen, mit der weiteren Erstarkung ihrer Kräfte die Sozialpolitik weiter vorwärts zu treiben.

 

 

 

 

 



[1]. Cf. auch:

Schulthess' europäischer Geschichtskalender - Band 67 (1926) - Teil 1, S. 139ff (Bibliographie )

Horst-Albert Kukuck, Dieter Schiffmann (Hg.): Die Gewerkschaften von der Stabilisierung bis zur Weltwirtschaftskrise 1924-1930, S. 742‑747 (Bibliographie )

H. Michaelis, E. Schraepler (Hg.): Ursachen und Folgen - Vom deutschen Zusammenbruch 1918 und 1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart - Band 6 - Die Weimarer Republik 1924‑1928, S. 164‑170 (Bibliographie )